FOTO BILD BERLIN 2002
Teilnehmer 2002
Menshen
Ralph Meiling, Berlin

geboren in Köln.
Studium der Fotografie an der Hochschule für Gestaltung und Fotografie in Köln. Seit Mitte der 80er in Berlin. Kurzfilme, experimentelle Videos und Fotoserien. Sein Umzug nach Berlin Mitte der Achtziger Jahre brachte ihn mit den Stimmungen, der Vielseitigkeit, den historischen Gesichtern Berlins und ihrer Wandelbarkeit in Berührung. Nicht zufällig begann Meiling in Berlin mit bewegten Bildern, mit Film, zu experimentieren und zu arbeiten. Diese künstlerische Umtriebigkeit und Neugierde zeigen sich in seiner Tätigkeit als Fotograf, Regisseur, Kameramann und Drehbuchautor. Eine Reihe von Kurzfilmen, experimentellen Videos und Fotoserien sind in den letzten Jahren entstanden. 1998 präsentierte Meiling zuletzt eine Serie von Ganzkörperporträts unter dem Titel MENSH.


Als Mensch verkleidet
Videostill, 1998-2002-04-30
Meilings Porträts gehen einen langen Weg vom Moment der Ablichtung zum endgültigen Ergebnis. Am Anfang steht die Beobachtung der Modelle per Videokamera. Die zeitliche Ausdehnung des Filmens und eine schwache, stark kontrastive Beleuchtung durch Kerzenlicht oder andere Punktlichtquellen raubt den Modellen jede Möglichkeit der Selbstinszenierung. Sie können sich nicht mehr in Pose setzen. Der Affekt, der Ausdruck, die Beleuchtungssituation, die Attitude des Porträtierten entscheiden sich erst durch die Auswahl des Videostills. Es wird durch mehrfaches Ablichten auf Dia und andere Fotomaterialien von Meiling weiter verfremdet.
Stell dir einen Bekannten vor, sagt Meiling, und genau das zerebrale Bild, das aus jener Vorstellung hervorgeht, möchte ich festhalten. Aus diesem Ansatz heraus erklärt sich die Technik der Arbeiten Meilings: das Videostill löst den Bruchteil eines Augenblicks aus einem Gedanken- und Wahrnehmungsstrom. Das so isolierte Bild wird durch viele interpretierende Stufen verarbeitet, verändert und beeinflusst. Genau so ist das gedankliche Abbild einer Person vor unserem inneren Auge von einer subjektiven Einstellung, einer Erinnerung, einer Stimmung, von etwas Unbewusstem geprägt.




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